Systemische Sexualtherapie

Bei der systematischen Sexualtherapie wird das „Funktionieren und Können“ relativiert zugunsten des „Wollens und des Begehrens“.

Für viele Menschen ist Sexualität nach wie vor ein Tabu Thema. Es ist jedoch wichtig, dass wir unsere Wünsche und Vorlieben kennen und diese auch mit dem richtigen Maas an Selbstbewusstsein kommunizieren können, um ein zufriedenes und glückliches Sexualleben zu führen. Lediglich der Sexualtrieb zur Fortpflanzung ist angeboren. Unser sexuelles Verhalten jedoch kann erlernt werden und bei sexuellen Störungen verändert oder neu definiert werden.

Nach Erkenntnissen von Ulrich Clement und David Schnarch (Vorreiter der systemischen Sexualtherapie), werden wir uns gemeinsam Ihrem sexuellen Profil widmen und uns somit anstelle auf die sexuelle Funktion auf das erotische Potenzial fokussieren.

Sexuelle Lustlosigkeit

Die sexuelle Lustlosigkeit ist eine der häufigsten sexuellen Funktionsstörungen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Zunächst sollte vom Facharzt abgeklärt werden, ob   körperliche Gründe für die sexuelle Lustlosigkeit vorliegen.

Der Libidoverlust geht oft mit der Einnahme von Medikamenten, Diabetes, Neurologische Störungen, Gefäß – und Herzerkrankungen oder auch eine Unterfunktion der Schilddrüse einher.

Oft sind es aber auch soziale Ursachen wie berufliche oder familiäre Belastungen, Stress oder auch Beziehungsprobleme.

Gemeinsam ( mit Partner oder auch Einzeln ) werden wir Ihre sexuelle Lustlosigkeit unter folgenden Punkten betrachten:

  • Seit wann ist Ihre Sexuelle Lustlosigkeit belastend geworden.
  • Gibt es eine gravierende Änderung in Ihrem Leben?
  • Wie kommunizieren Sie Ihre sexuellen Wünsche Ihrem Partner?
  • Welche emotionalen Themen gibt es in der Partnerschaft?
  • Welche Ideen gibt es, um wieder Spaß am eigenen Körper und an dem des Partners zu haben?


Erregungsproblem

Ca. jede 5 Frau hat Probleme mit Scheidentrockenheit. Während der Menopause kommt es häufig aufgrund des verminderten Östrogenspiegels und der dadurch verschlechterten Durchblutung zur weiteren Zunahme der Häufigkeit.

Bei einem Erregungsproblem sollte ebenfalls durch einen Facharzt abgeklärt werden, ob es einen Mangel an Sexual Hormonen, bzw. eine hormonelle Störung vorliegt. Auch Operationen im Genitalbereich bzw. im Harntrakt, sonstige Erkrankungen, Medikamenten Einnahme, neurologische oder psychiatrische Themen sollten auf jeden Fall untersucht werden.

Bei folgenden Themen, können wir aber gemeinsam einen Weg finden um ein neues Bild Ihrer eigenen Sexualität zu definieren:

  • Mangelnde Stimulation durch den Partner
  • Nicht ausgetragene Konflikte
  • Angst, Anspannung oder Stress
  • Arbeitsbedingungen
  • Religiöse Normen
  • Familiäre Situationen

Auch das Wissen über körperliche Reaktionen beim Erregungsaufbau und die wichtigen Zusammenhänge von körperlichen und seelischen Reaktionen kann Ihnen eine neue Sicherheit und Klarheit über sich selbst geben. Der Abbau sexueller Mythen spielt hier eine große Rolle.


Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)

Eine Erektionsstörung ist eine anhaltende oder häufig wiederkehrende Unfähigkeit eine Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten, die für eine befriedigendes sexuelles Erleben ausreichend ist.

Ab dem 60. Lebensjahr leidet ca. jeder 2 Mann an irgendeiner Form von Erektionsstörung (leicht, mäßig, schwer).

Es ist unbedingt ratsam alle körperlichen Probleme durch einen Facharzt abklären zu lassen.

Medikamenten Einnahme, Bestrahlungen, Verletzungen, Fettleibigkeit, Alkohol-oder Drogenmissbrauch, Prostata Erkrankungen, Hormonelle Störungen, etc. sollten auf alle Fälle ausgeschlossen werden.

Bei Erektionsstörungen nach Operationen, chronischen Erektionsstörungen (länger als 6 Monate), in der Phase der Dosierungsfindung und warten auf die passende Therapie, bietet sich zusätzlich zur medizinischen Therapie auch eine systemische Sexualtherapie an.

Eine Sexual- oder Paartherapie ist bei Erektionsstörungen auf jeden Fall ratsam. Auch für den Partner ist es eine belastende Situation. Oft entwickelt der Partner eine reaktive Sexualstörung, was zu einem Teufelskreis führt, aus dem das Paar selten alleine wieder heraus findet.


Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)

„Zu früh“ kommen ist für viele Männer eine sehr belastende Situation, die einen starken Verlust des Selbstwertgefühles zur Folge haben kann. Allerdings sollte erst einmal abgeklärt werden, was „zu früh“ heißt und ob auch eventuell eine medikamentöse Therapie hilfreich sein kann.

Beim vorzeitigen Samenerguss entstehen Versagensängste beim Mann, die zu einem Vermeidungsverhalten führen können und nicht selten in einem Teufelskreis enden, aus dem man alleine nicht mehr herausfindet.

Mithilfe einer begleitenden systemischen Sexualtherapie lernt der Betroffene, bzw. das Paar neue Verhaltensmuster, die wieder Entspannung, Leichtigkeit und Freude in die gemeinsame Sexualität bringen.

Männer mit der angeborenen Form des vorzeitigen Samenerguss sollten auf alle Fälle ein erweiterte und neue Form Ihres sexuellen Verhaltens erlernen, da das krankheitsbedingt nicht erlernt werden konnte.

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